Diskurs 01.01: Diskursforum

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Aktuelle Diskussion zu Diskurs 01.01

(1) Natur besteht völlig unabhängig von uns Menschen.

Toskana – Natur als Kultur-Landschaft

Der Mensch kann zwar hier und da in kleinen Bereichen auf die Natur einwirken. Er kann Regenwälder abholzen, Wasserreservate veröden lassen. Er kann Luft verpesten, und damit Katastrophen heraufbeschwören, zum Beispiel eine Klimaerwärmung, die den Meeresspiegel steigen lässt, wodurch Küstenstreifen überschwemmt werden und verloren gehen. Er kann Tierarten ausrotten und Menschenmassen verhungern lassen. Andererseits kann der Mensch auch Deiche und Staudämme bauen, neue Wälder anlegen. Er kann Techniken zur Schonung der Umwelt entwickeln. Er kann für Tiere und Menschen lebenswerte Lebensräume, kann blühende Kulturlandschaften entstehen lassen.

Doch selbst die größten Eingriffe der Menschen in die Natur sind im gesamten Natursystem nur Kleinigkeiten. So oder so. Sie schaden oder nützen dem Menschen. Sie schaden oder nützen nicht nachhaltig dem großen Naturgeschehen. Die Natur geht darüber hinweg.

Der Mensch hat also keinen wirklichen Einfluss auf die Urgewalt Natur. Natur besteht völlig unabhängig vom Menschen oder von irgendeiner anderen Wirkungsmacht. Nichts bestimmt die Natur außer die Natur sich selber. Seit der Entstehung des Kosmos vor 13,7 Milliarden Jahren treibt die Natur das Sein mit einem ungeheuren Evolutionsdruck in allen Bereichen in die Zukunft voran. Die Natur wirkt dabei völlig in sich selbst. In ihr steckt eine absolut eigene Entwicklungsdynamik, die Naturgesetze: Mit ihnen ist die Natur die absolute Urkraft des Seins in unserem Kosmos! Nichts geschieht außerhalb dieser Urkraft, nichts gegen sie. Nur und ausschließlich mit ihr entwickelt sich das Sein und besteht alles Sein. Gerade auch für alles neue Sein bleibt immer die Natur die alleinige Urkraft.

(2) Die Natur ist nicht speziell für den Menschen da oder auf den Menschen hin gemacht.

Menschenfeindliche Natur. Sturm und Wassermassen

Menschenfeindliche Natur. Sturm und Wassermassen

Es gibt in der Natur und aus der Natur heraus keinen einzigen Sinn, der speziell auf den Menschen hin angelegt ist. Die Natur hat kein exklusiv menschliches Ziel, kein humanes Telos. Ganz im Gegenteil. Die Natur erscheint in ihren Abläufen sogar absolut menschenfeindlich. Immer wieder erweisen sich die Naturgewalten als grausam gerade auch den Menschen und ihren Aktivitäten gegenüber. Natur ist erbarmungslos, nimmt keinerlei Rücksicht, weder auf die Masse Mensch, noch auf das Individuum Mensch. Durch die Epochen der Menschheitsgeschichte hindurch sind so immer wieder durch Naturveränderungen oder Naturkatastrophen Kulturen vernichtet worden, weite Landstriche sinnlos verödet, ganze Kontinente untergegangen. Das Werden der Natur beinhaltet zwar die Entstehung und das Leben des Menschen als Naturprinzip, hat den Menschen aber nicht zu einem bevorzugten, gar exklusiv gesetzten Ziel des Seins.

Dennoch hat sich der Mensch in einer ganz kleinen Nische unseres Sonnensystems entwickelt, gerade weil er sich den Naturbedingungen auf Erden immer ganz besonders angepasst hat. Dabei ist er immer nur ein ganz winziger Bestandteil eines urgewaltigen kosmischen Naturgeschehens geblieben. Sein Lebensgrund ist dünn wie eine Eierschale: Kaum ein paar Kilometer Lufthöhe aus schmaler Sauerstoffdecke, enger Temperaturkorridor innerhalb weniger Plus- und Minusgrade, schwacher Luftdruckwiderstand bei geringer Körperbelastbarkeit, eingeschränkte Beweglichkeit durch langsame Geschwindigkeit und mangelnde Ausdauer, begrenzte Auswahl von Nahrung durch starke Landschafts- und Wetterabhängigkeit – insgesamt total labile Rahmenbedingungen für das Leben der Menschen. Dennoch ist der Mensch etwas Besonderes geworden, gleichsam das Spitzenprodukt der Natur. Doch brechen bestehende Naturkonditionen weg oder verändern sie sich auch nur wenig, dann leidet das System Mensch Schaden, es droht gar vollständig zusammenzubrechen.

Verglühende Sonne – Roter Riese im Weltraum

Letztlich ist selbst unser Hausplanet Erde insgesamt dem Menschen nicht sicher. Die kosmische Naturentwicklung wird unser ganzes Sonnensystem auf Dauer mit Sonne, Erde und allen Planeten verglühen lassen: Unsere Sonne ist 4,5 Milliarden Jahre alt. Aus ihren Energievorräten ist ihre Lebensdauer auf weitere 4,5 Milliarden Jahre zu berechnen. Doch die Auswirkungen ihres Verglühens werden schon viel früher spürbar werden. Ganz langsam aber dann immer dramatischer wird sie sich zu einem Roten Riesen verändern. Schon in zwei Milliarden Jahren wird sie sich gewaltig aufgeheizt und ausgedehnt haben, wird viel heller leuchten. Ihre Hitze lässt dann auf der Erdoberfläche die Temperaturen weit über 100 Grad ansteigen. Die Meere beginnen zu kochen. Alles Wasser verdampft. Die Atmosphäre löst sich auf. Alles Leben stirbt.

Weißer Zwerg im Helix-Nebel

Mit der zunehmenden Veränderung der Sonne löst sich auch die Stabilität der Planetenbahnen auf. Die Planeten stürzen zurück in die Sonne. Der einstige planetarische Sonnenraum füllt sich mit riesigen, glühenden Gaswolken. Mit dem Verbrennen ihrer Restenergien beginnt der Todeskampf der Sonne in einem Feuer- und emissierenden Teilchensturm. Ausgebrannt wird die Sonne in sich zusammenstürzen. Sie wird zu einem Weißen Zwerg im Zentrum eines Ringnebels, nur noch etwa so groß wie unsere Erde heute, nur noch 10.000 Grad heiß. Letztlich kühlt sie ganz aus und wird zu einem schwarzen Gesteinsbrocken im Weltall, härter als ein Diamant.

Dies ist keine Feststellung aus akuter Existenzangst, sondern eine ganz generelle Erkenntnisbasis der Naturwissenschaften. Die Astronomen heute können mit den modernen Fernrohren das Entstehen und das Vergehen von Sternen in den vielfältigen Stadien wie etwa Rote Riesen oder Weiße Zwerge beobachten und ihre Zustände sehr genau definieren. Anhand kosmischer Dokumentationen ist unzweifelhaft: In der Natur, auch in der kosmischen Natur, zerstören sich die entstandenen Systeme selbst. Denn so wesentlich Natur das Werden und Entwickeln des Seins bedeutet, genauso wesentlich bedeutet Natur das unabdingbare Vergehen des Seins. Alles Existieren und alles Lebende bestehen nicht nur im Werden der Natur, sondern auch im unabdingbaren Vergehen der Natur.

(3) Der Kultur-Mensch hat erst sehr spät verstehen gelernt, dass er als Mensch ganz und gar ein Stück Natur ist.

Im Kontra dazu: Der Mensch als fertiges Ebenbild Gottes.

Der biblische Gott schafft die Welt

Alle Religionen, speziell aber die christliche Religion und ihre Theologie, haben eine aus sich selbst heraus bestehende Natur immer bestritten und bestreiten sie heute noch. Sie setzen sich gegen die in sich geschlossene Eigenständigkeit der Natur zur Wehr. Sie sprechen der Natur die Eigenständigkeit von Werden und Vergehen, ein autonomes Sein, ab. Stattdessen behaupten sie die Natur als Schöpfung eines jenseitigen Gottes, als einen einmaligen Schöpfungsakt, also von außerhalb der Natur. Die Natur ist ihnen so Produkt einer anderen, transzendenten Wirklichkeit und Macht.

Demnach ist auch der Mensch nicht naturgemäß aus sich selbst heraus geworden, sondern wurde als fertiges Produkt eines jenseitigen Gottes in die Natur hineingesetzt. Allerdings mit dem wesentlichen Unterschied zur Natur, dass der Mensch speziell ein Ebenbild jenes Gottes sei, der ihn geschaffen hat. Als ein solches gottbezogenes Wesen erhielt der Mensch von vornherein ein absolutes Alleinstellungsmerkmal außerhalb aller Natur.

Diese religiöse Argumentation hatte und hat ein ganz simples Motiv: Schon mit seinem frühsten religiösem Bewusstsein sucht der Mensch für sich einen Ausweg aus der Natur, um ihr letztlich entkommen zu können. Denn die Natur bedeutet für ihn nicht nur ständige Bedrohung im täglichen Überlebenskampf. Natur bedeutet letztlich den endgültigen Tod. Die Natur kennt in ihrem System kein Überleben, keine ewige Zukunft über den Tod hinaus. Vielmehr haftet der Natur ein endgültiger Tod an, ein Ende des Seins für immer. Wäre der Mensch der Natur völlig gleich, dann müsste auch er sterben und für immer vergehen.

Deshalb hat sich der Mensch schon früh mit seinen religiösen Phantasien von der Natur abgewendet und sich eine Ersatzwelt geschaffen, den Himmel. In ihn flieht er mit all seinen Ängsten und Sehnsüchten, auch mit seiner Hoffnung, dem natürlichen Tod auf Erden zu entkommen und – wie auch immer – zu überleben. Deshalb sehen Religion und Theologie den Menschen im Prinzip nicht in der Diesseitigkeit der Natur angesiedelt, sondern in der Jenseitigkeit des Göttlichen.

Solange der Mensch an seinem Überleben nach dem Tod hängt, darf und kann er die eigenständige Natur nicht als seinen eigenen und einzigen Seinsraum anerkennen. Stattdessen bietet ihm die Religion einen existentiellen Fluchtweg aus der endgültigen Vergänglichkeit der Natur. Mit der Religion hängt der Mensch subjektiv existentiell an seiner religiösen Deutung der Natur. In dieser verführenden Bewussthaltung liegen Wirkung und Chance der Religion – gegen die Natur. Seit ewig schon.

Die moderne säkulare Naturerkenntnis widerspricht der religiösen Dogmatik: Der Mensch ist zwar durchaus ein besonderes Stück Natur in der Natur. Er hat Eigenschaften und Fähigkeiten, die sonst das ganze Lebenssystem der Erde nicht hat. Dennoch ist der Mensch lückenlos Produkt der Natur. Er ist in dem Naturgeschehen vom Anfang bis Ende eingewoben. Er kommt nirgends aus der Natur heraus.

Um sich als Mensch selber mit letzter Konsequenz als Produkt der Natur zu erkennen und verstehen zu können,
– bedurfte es zu allererst der Entwicklung eines menschlichen Gehirns, das zur rationalen Reflexion in der Lage war. Für die Entwicklung eines solchen Gehirns hat die Erde 4,5 Milliarden Jahre gebraucht. Denn erst vor etwa 8.000 Jahren hat sich mit dem Kultur-Menschen ein Menschentyp, unser Menschentyp, entwickelt, der in zunehmendem Maß zu rationalem Denken fähig ist. In der ganzen Zeit vorher, also nahezu 4,5 Milliarden Jahre, hat es auf Erden nirgends ein denkendes Wesen gegeben, das in etwa der Denkfähigkeit des Kultur-Menschen entsprochen hat. Die früheren Menschen hatten eben nicht unsere Denkfähigkeit. Erst mit diesem Menschen vor 8000 Jahren könnten wir Menschen heute in etwa kommunizieren, mühsam zwar, aber wohl doch. Denn erst dieser Mensch hat Geist von unserem Geist.

– Darüber hinaus bedurfte es in den letzten 8.000 Jahren einer ständigen Weiterbildung des Kultur-Menschen. Er musste sich lösen von den elementaren animistischen und später religiösen Spekulationen seines vorkulturellen Lebensbewusstseins. Er musste objektive Methoden der Erkenntnis entwickeln, um die Natur in ihrer objektiven Realität erkennen zu können. Erst mit seinem wissenschaftlichen Denken ist es ihm gelungen, die Natur zunehmend realer zu erfassen. Erst heute sind wir in der Lage, subjektive Spekulation von objektiver Erkenntnis zu trennen, keineswegs immer, aber immer öfter.

Alles fließt - auch das Leben des Menschen

Alles fließt – auch das Leben des Menschen

Der Mensch hat sich also in der Vergangenheit immer in einem Prozess geistiger Erkenntnisse und Weiterentwicklungen befunden. Der Mensch befindet sich auch heute ständig in neuen komplizierten Bewusstwerdungsabläufen, hat immer Neues hinzuzulernen. Dabei muss er ständig Altes, lange Gemeintes und Praktiziertes aufgeben, um einigermaßen auf der Höhe der laufenden Erkenntnisse zu sein, ja, um zukunftsfähig zu bleiben. Immer weniger ist uns heute ein Zurückbleiben, gar ein Zurückkehren in Altvergangenes möglich. Panta rei – alles fließt. Das richtet alle Lebenschancen gezielt nach vorne in die Zukunft. Das war zwar in den vorausgehenden Kulturzeiten ähnlich so. Doch heute laufen die geistigen Herausforderungen in einer derart rasanten Zeitfolge ab, dass dem Menschen kaum noch Ruhephasen bleiben.

Eine der wesentlichen Herausforderungen unserer Zeit heute ist die Erkenntnis, dass der Mensch ganz und gar Natur und nur Natur ist, dass er sich also selbst total in die Evolution der Natur einordnen muss. Nicht allein, dass er wie alle Natur über Milliarden Jahre entstanden ist, sich dann über Jahrmillionen in niederen Entwicklungsstufen Schritt für Schritt durchsetzen musste und erst in den letzten zigtausend Jahren nur ganz allmählich zu seiner heutigen Gestalt und seinem heutigen Wesen gefunden hat. Es ist für ihn auch in der letzten Evolutionsphase ein ganz mühsamer Kriechweg gewesen, auf dem er sich schließlich vor etwa 8.000 Jahren zum Kulturmenschen entwickelt hat.

Doch noch immer ist es ein weiter Weg, bis der Mensch heute begreift, dass dieser Natur bedingte Weg sein ureigener Weg war und ist. Der Mensch muss immer noch heraus aus seinen veralteten religiösen Vorstellungen zu einem säkularen Bewusstsein des realen Seins mit allen natürlichen Möglichkeiten und natürlichen Begrenzungen. Er muss mit allen existentiellen Konsequenzen durchstoßen zu der elementar-einfachen Erkenntnis: Das Leben und auch das Sterben sind etwas ganz Natürliches.


Zusammenfassung in drei Thesen

These 1: Die Natur treibt das Sein mit einem ungeheuren Evolutionsdruck in allen Bereichen in die Zukunft voran. Die Natur wirkt dabei völlig in sich selbst durch ihre eigene Entwicklungsdynamik, den Naturgesetzen.

Nichts geschieht außerhalb dieser Urkraft, nichts gegen sie. Nur und ausschließlich mit ihr entwickelt sich das Sein und besteht alles Sein. Gerade auch für alles neue Sein bleibt immer die Natur die alleinige Urkraft.

These 2: Es gibt in der Natur und aus der Natur heraus keinen einzigen Sinn, der speziell auf den Menschen hin angelegt ist. Die Natur selbst beinhaltet kein exklusives menschliches Ziel, kein humanes Telos.

Der Mensch ist zwar durchaus ein besonderes Stück Natur in der Natur. Dennoch ist der Mensch lückenlos von der Natur abhängig.

These 3: Erst mit der Evolutionstheorie und damit durch die modernen Naturwissenschaften erkennt der Mensch mit letzter Konsequenz seine naturbedingte Stellung: Der Mensch ist ein sowohl in seiner Körperlichkeit, als auch in seinem geistigen Wesen und kulturellen Verhalten als Ganzes ein Produkt der Natur.

Geburt, Leben und endgültiger Tod sind auch seine Existenzbedingungen. Denn alles Existieren und alles Lebende bestehen nicht nur im Werden der Natur, sondern auch im unabdingbaren Vergehen der Natur.

Generelle Schlussfolgerung

Der Mensch begreift erst sehr langsam, dass er ganz in die Natur hineingehört. In Wirklichkeit hat er sich mit dem Leben und Tod in der Natur immer noch nicht abgefunden. Um diesen Schritt wirklich machen zu können, muss er Abschied nehmen von allen veralteten religiösen Vorstellungen, die ihn immer noch irgendwie mit dem Jenseitigen verbinden.

Er muss sich voll seines realen diesseitigen Lebens bewusst werden mit allen natürlichen Möglichkeiten und allen natürlichen Begrenzungen. Er muss mit allen existentiellen Konsequenzen durchstoßen zu der elementar-einfachen Einsicht: Mein Leben und auch mein Sterben sind etwas ganz Natürliches.

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Autor: Paul Schulz

Kommentare

  1. Philo

    „Du, Mama, guck mal!“ wies die 6jährige Tanja mit ihrem rechten Zeigefinger auf einen etwas älteren Mann hin und klagte verwundert weiter: „Der hat ja gar keine Badehose an!“
    „Ach! Na sowas! Also…!“ Entrüstete sich Tanjas Mutter und ordnete an nicht hinzusehen.
    Im selben Moment kam der stolze Vater aus dem Wasser, ließ sich den Moment genießend mit ausgestreckten Armen und den Worten in den feinkörnigen Sand des Strandes fallen: „Hach, was für ein herrlicher Tag!“
    Frau Mustermann begann Tanjas Spielsachen und sonstige Dinge einzusammeln und meinte recht schroff mit ernster Mine: „Lass uns wo anders hinfahren! Sofort!“
    […]
    [Philo – No ©]

    Obige Szene habe ich frei erfunden, aber sie kommt real recht oft in dieser, oder ähnlicher Form vor.
    Ich ließ bewusst offen, ob sich die Familie Mustermann im Selbstverständniss als religiös, oder unreligiös begreift.
    Im Grunde spielt das auch keine Rolle, denn was offensichtlich sein soll, ist, dass zumindest Frau Mustermann als erziehende Mutter und ihre entsprechend erzogene Tochter sich nicht wirklich zu 100% als naturalistisch begreifen.
    Des Weiteren ließ ich auch offen, wie Herr Mustermann zu der Situation steht.
    Aber ganz egal wie Tanjas Vater zu der Situation steht, jede Denkbarkeit beschreibt eine oft stattgefunde und stattfindende Realität.

    Und was ist mit dem Mann, der ohne Badehose dort stand?
    Wer und was und wie könnte dieser Mensch sein?
    Aber wer und was und wie dieser Mensch auch immer ist; was für eine Naturwidrigkeit könnten wir ihm vorwerfen?

    Philo

  2. Da ich mich selber zu den Naturalisten zähle, finde ich diesen Beitrag sehr eindrücklich! Doch ein paar wenige Fragen musste ich mir trotzdem dazu stellen.
    Klar sind die Eingriffe des Menschen in die Natur vom Blickwinkel des Kosmos aus winzig. Doch bezogen auf unsere Mitlebewesen können sie beträchtlich sein. Die Menschen reissen mit ihrem unökologischen Verhalten nicht nur sich selber, sondern auch beträchtliche Teile der Tiere und Pflanzen mit ins Verderben. Der Mensch hat also auch seinen Mit-Lebenden auf der Erde gegenüber Verantwortung. Würde er sich besser in die Zusammenhänge der Natur einleben, wie es früher etwa die Indianer in der Prärie gemacht haben, so wäre er auch weniger überheblich, friedlicher und wohl auch glücklicher? Die Mythologien der Indianer waren auch naturbezogener, d.h. ihre religiösen Inhalte bezogen sich auf Vorgänge in der Natur und nicht auf übernatürliche Hirngespinste!?
    Da komme ich schon zur zweiten Frage: gibt es Religionen, die sich nur auf die Natur beziehen und nicht auf etwas Übernatürliches? Diese Naturreligionen waren vielleicht doch nicht so schlechte Orientierungshilfen für die Naturvölker, bevor dann die Hochreligionen alle heidnischen Rituale verbannten und verteufelten? Klar wird ein aufgeklärter Humanismus nicht zu diesen Ritualen zurückwollen, aber er sollte die Naturvölker in ihrer Welt respektieren!
    Die Natur kann uns darüber wohl nur insoweit Antworten geben, wie wir noch ungebildete Menschen die Natur auch verstehen können. Können denn die Naturwissenschaften so sicher sein, dass es nicht doch Phänomene gibt, welche bestimmte Praktiken der Naturreligionen (Wahrträume, Psychokinese, sonderbare Heilungen etc. ) bestätigen können. Phänomene, die vielleicht einmal durch die Naturwissenschaften erklärt werden können?
    Andererseits bedürfen auch die Naturwissenschaften Kenntnisse der Geisteswissenschaften, um überhaupt ihre Modelle, ihre Wissenschaftssprache und auch die Mathematik anwenden zu können? So fragt ein offener Naturalist!?

  3. „Vor der Tür“ ist gut. In der von Ihnen empfohlenen Simulation (die ich toll finde) steht „1 Sekunde gleich 1 Milliarde Jahre“. Die Kollision mit Milky Way dauert wohl noch ein bisschen.
    Wo, so müssten doch Papst und Konsorten sich fragen, befindet sich im Weltraum die Kommandozentrale vom Chef? Und wo ist denn da Platz für die Hölle, in der die Gottlosen schmoren? Sie wissen es nicht und wir auch nicht. Wozu auch.
    Wie schön, dass wir ohne den ESO Holuspokus auskommen und unser Gastdasein auf dieser wunderschönen Erde geniessen dürfen in der vermutlichen Lebensmitte des Planeten nach 3,5 Milliarden Jahren. Carpe diem sine religio. J.D.

  4. Ein großartiges Fazit! Der Mensch kann sich meiner Meinung nach auch deshalb nicht damit abfinden, weil er sich selbst i.d.R. als viel zu wichtig empfindet! Deshalb konstruiert der Mensch auch seit Jahrtausend die wirresten Gottheiten, Religionen, Kirchen oder sonstige ESO Hokuspokus Geschichten, obwohl die einfachste aller Antworten direkt vor seinen Augen abläuft.
    Ein ganz klares Resultat von zu wenig Wissen und zu viel Glauben… Da wir lückenloser Bestandteil der Natur bzw. des Lebens sind, sind wir nichts Besonderes! (ausser vielleicht besonders dickköpfig und naiv 🙂 )

    Zum Inhalt: Ich möchte das Ereignis um die Sonne in unserer Nähe sicherlich nicht schmälern, aber ich denke es steht ein weitaus größeres Ereignis „vor der Tür“, dass unser Menschsein bzw. das Leben an sich noch weiter in den Hintergrund schiebt. Die Kollision der Milchstraße mit der Andromeda Galaxie. Hier in einer Simulation zu sehen… http://www.youtube.com/watch?v=PrIk6dKcdoU

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